Trotz Krise ist die Versorgung gesichert

Zu unseren Helden des Alltags gehören Hilfsbedürftige und Pflegedienste, die sich mutig den aktuellen Herausforderungen stellen und täglich neue, kreative Lösungen für Corona-bedingte Probleme finden. Grund genug für einen Besuch bei einem der zahlreichen Pflegedienste in Bremen.

Ob Studenten ohne Jobs, Familien ohne Kinderbetreuung oder Unternehmer ohne Zukunft: Die Corona-Krise verlangt jeder Alters- und Gesellschaftsgruppe anderes ab. Bei einem Großteil der vielzitierten #Risikogruppe – also älteren, bewegungseingeschränkten oder gar pflegebedürftigen Menschen – geht es derzeit in erster Linie um die Angst vor Einsamkeit oder Versorgungsengpässen, wenn beispielsweise die Besuche des Pflegedienstes plötzlich ausbleiben, erzählt Diplom-Sozialpädagoge Jürgen Weemeyer (45), Leiter des Bereiches Sozialdienst und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei vacances: „Diese Sorge ist zum Glück unbegründet, denn wir haben ausreichend Mitarbeiter. Aktuell sogar mehr als gedacht, denn einige Kollegen, die für die Osterferien Reisepläne hatten, haben sich ungeplant zur Verfügung gestellt.“

Mehr Pflegefälle – weniger hauswirtschaftliche Leistungen
Dass Krankenhäuser ihre Betten schneller räumen und Reha-Maßnahmen auf ambulante Angebote begrenzt sind, hat auf alle Pflegedienste Auswirkungen. Im Falle von vacances wird der daraus resultierende Zuwachs jedoch vollends durch einen Rückgang im Bereich der hauswirtschaftlichen Leistungen ausgeglichen. Mit anderen Worten: Diejenigen Tätigkeiten, die jetzt verzichtbar sind, werden ausgesetzt. Entsprechend vorsorglich eingesparte Ressourcen werden zu großen Teilen in kreative Problemlösungen und neue Möglichkeiten der „kontaktlosen Zuwendung“ gesteckt. Dazu gehören das Plaudern am offenen Fenster, WhatsApp-Chats zur Haushalts-Organisation und die sogenannten „Wohlfühl-Anrufe“ – also regelmäßige Telefonate mit all jenen, denen die Einsamkeit gerade mit am meisten zu schaffen macht.

Facebook-Aufruf sorgt für 500 handgenähte Mundschutze – in unter 14 Tagen
In der Pflege, wo ‚Abstand halten‘ schlicht nicht möglich ist, geht es stattdessen um die Einhaltung der Empfehlungen von Schutz und Hygiene. Auch vacances-Mitarbeiter sind daher täglich auf Mundschutz und Desinfektionsmittel angewiesen. Weemeyer: „Bekanntlich ist beides derzeit Mangelware, so dass wir auch hier auf das Finden alternativer Lösungen angewiesen waren.“ Und so sind – nach einem Aufruf in den sozialen Medien und dem freiwilligen Engagement einiger Mitarbeiter – über 500 handgenähte Mundschutze in weniger als 14 Tagen entstanden. Mehrere Kanister Desinfektionsmittel waren ein Geschenk der Beck’s-Brauerei.

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Empathie und Gemeinschaftssinn der zahlreichen uns unterstützenden Einzelpersonen, Unternehmen und Organisationen rühren mich extrem.

Jürgen Weemeyer, Bereichsleiter Sozialdienst bei vacances

Wertschätzung ist die beste Motivation
„Insgesamt muss ich sagen, dass mich Empathie und Gemeinschaftssinn der zahlreichen uns unterstützenden Einzelpersonen, Unternehmen und Organisationen extrem rührt“, so Jürgen Weemeyer. Ein weiterer, extrem positiver Nebeneffekt sei die geballte Wertschätzung, die seinen Mitarbeitern aktuell entgegengebracht würde. Weemeyer: „Vermutlich mit ein Grund, warum auch weiterhin ein jeder von ihnen sich mit vollem Einsatz dem Dienst am Menschen verschreibt – sogar dann, wenn es dabei auch um die eigenen Gesundheit geht.“