Im Westen viel Neues

Exotik und Lokalkolorit liegen in Gröpelingen nebeneinander. Kirchtürme und Minarette recken sich vor einer Kulisse aus Altbremer Häusern und moderner Architektur. Den fast eingeschlafenen dörflichen Ursprung verteidigt ein Hahn vom letzten Bauernhof wacker mit kräftiger Kehle. Mit Nostalgie hat die Geräuschkulisse an der Weser nichts zu tun. Im Bremer Westen passiert im Hafen noch das, wofür die Weserstadt vor Jahrzehnten berühmt war: An der Wasserkante wird rumort und gelöscht. Neben der vertrauten Heimeligkeit ist Platz für Neuheiten: Der einstige Arbeiterstadtteil verändert sein Gesicht. Es lohnt sich, das junge, interkulturelle Gröpelingen zu entdecken – zu Wasser, per pedes, auf dem Drahtesel und mit allen Sinnen.

Einmal durch die Welt futtern 
Das geht auf der Streetfoodroute zwischen Lindenhofstraße und Gröpelinger Heerstraße. Fangfrisch auf den Grill: Meeresleckereien aller Art werden bestens im Karadeniz Fischimbiss zubereitet. Alternativen zu Fisch und Fleisch bietet der türkische Imbiss Komagene. Dort stehen vegane Leckereien wie Chee Köfte – eine Getreide-Nuss-Gewürz-Masse – auf dem Menü. Selbst hinter Gittern wird in Gröpelingen gekocht: Mango-Chutney und Tomaten-Salsa aus der Justizvollzugsanstalt Oslebshausen stehen stadtweit in den Läden. Salat, Erbsen und Möhren von der Werft und Pilze aus dem Bunker erntet die Crew der Gemüsewerft. Die Werft versteht sich auch als Treffpunkt und vermittelt Wissen. Derzeit versuchen sich die Nahversorger am Hopfen. Das Ergebnis lässt sich in kleinen Brauereien probieren.
www.groepelingen.de

Die Lindenhof kommt einer Streetfoodroute gleich, mit den besten Falafeln, frischem Fisch und hausgemachtem Döner.

Lars Gerhardt, Stadtteilmanager

Wohnen bei uns 
Mit dem „Gewerkschaftsblock“ an der Gröpelinger Heerstraße weihte die GEWOBA 1929 die ersten Arbeiterunterkünfte in Gröpelingen ein und setzte ein Zeichen gegen die Wohnungsnot. Beispielsweise rund um die Posener, Bromberger und Seewenjestraße (Foto) wohnt man in schnuckeligen Backstein-Altbauten ruhig und mit viel Grün umzu.

Pfiffige Umnutzungen
Naherholung pur verströmt der Grünzug West. Auf der einstigen Eisenbahntrasse behaupten sich heute Radfahrer und Spaziergänger. Schnurgerade zieht sich das grüne Band 4,5 Kilometer vom
Oslebshauser Tor bis zur Alten Waller Straße und verbindet Walle und Gröpelingen miteinander. Für Gipfelstürmer geht es am Kletterbunker in die Höhe. Während der Saison von April bis Oktober ist die Anlage ab 14:00 Uhr bis es dunkel wird geöffnet. Anfänger bekommen während der betreuten Kletterzeiten Tipps von Profis.
Infos unter: www.svgo-bremen.de

Näher am Wasser
In Gröpelingen lässt sich die einstige Vergangenheit an ein quirliges Hafenleben nachspüren. Am Ufer sind alte Speicheranlagen zu sehen, aus der Ferne weht der Wind das Geräusch von Kränen herüber, die noch immer Ladung löschen. Beim Schiffegucken bleibt es nicht, empfehlenswert ist ein Trip mit der Weserfähre, die von Ende April bis zum 3.10. am Wochenende zwischen Woltmershausen und Gröpelingen jeweils ab 10:30 Uhr alle 30 Minuten pendelt. Am Lankenauer Höft lohnt sich ein längerer Stopp: Das frühere urige Lokal wird derzeit von jungen Kreativen bespielt. Am Wochenende gibt es nachmittags Kaffee und Kuchen, abends Konzerte, Vorträge und mehr. 
Infos und Termine unter: www.weserfähre-bremen.de

Tipps im Herbst:
Genuss am Fluss: 6.10. ab 18:00 Uhr.
Auf dem zweistündigen Spaziergang kosten sich Teilnehmer entlang der Genussroute durch Pralinen, Kaffee, Honig und andere Köstlichkeiten made in Gröpelingen und erfahren Wissenswertes über den Stadtteil.
Anmeldung unter Telefon 0421 6 19 77 27, Kosten: 16 Euro.

Teatime in Gröpelingen
Eineinhalbstündiges Teeseminar mit Verkostung im Schuppen 6 am 15.10. und am 12.11. jeweils ab 15:00 Uhr.
Telefonische Anmeldung unter 0421 3 03 82 79, Kosten: ab 12 Euro