Neustart auf der „grünen Insel“

Im Burgdammer Ortsteil Marßel auf der „grünen Insel“ im Bremer Norden leben Petra und Sohn Phillip. In einer rund 63 Quadratmeter großen GEWOBA-Wohnung wagte die Alleinerziehende im Jahr 2014 den Neuanfang.

Noch ganz neu ist der Anstrich des 60er-Jahre-Zeilenbaus mit seinen vier Etagen. Zu den Grundfarben Weiß und Creme kommen verschiedenfarbige Akzente je Hauseingang. Toll zum schnellen und einfachen Orientieren. An der Adresse von Petra Ficken und Sohn Phillip ist es die Farbe Blau. „Hereinspaziert!“, ruft die 34-Jährige uns bereits von der Wohnungstür aus entgegen. Dort in der zweiten Etage des Acht-Parteien-Hauses empfangen uns Mutter und Sohn mit einem fröhlichen Lächeln.

Vom hellen Flur, dekoriert mit floralen Wandstickern, geht es gleich rechts in den großzügigen Wohnraum. Hier turnt nun auch der blonde Phillip auf der gemütlichen Eckcouch mit den vielen Kissen. Als Hingucker über dem Sofa fungieren selbstgemalte Bilder, bunte Wandsticker und zahlreiche Fotografien – Erinnerungen an besondere Momente und die liebsten Menschen.

Als ich zur Besichtigung der GEWOBA-Wohnung nach Marßel kam, überzeugte mich schnell die familienfreundliche Umgebung und der idyllische ‚Pellens Park‘ in unmittelbarer Nachbarschaft.«

Petra Ficken

Der perfekte Ort für einen Neuanfang

Petra Ficken war 27 Jahre alt, als sie sich von ihrem Partner trennte – der gemeinsame Sohn war gerade zwei. Von Walle aus suchte Sie nach einer großzügigen Wohnung für den Neustart zu zweit, in der auch Phillip sein eigenes Zimmer hätte. Petra Ficken: „Besonders wichtig war mir, dass ich mit meinem Sohn im Buggy alles Wichtige fußläufig erreiche. Auch, weil ich keinen Führerschein habe. Als ich zur Besichtigung der GEWOBA-Wohnung nach Marßel kam, überzeugte mich schnell die familienfreundliche Umgebung und der idyllische ‚Pellens Park‘ in unmittelbarer Nachbarschaft. Sofort war mir klar: Das ist der perfekte Ort für einen Neuanfang.“

Ideal für Mutter und Kind: In jeder Himmelsrichtung finden sich kleine Quartiers-Spielplätze, auf denen es sich wunderbar spielen und Kontakte knüpfen lässt. Petra Ficken: „Mit einem Kind lernt man ständig jemanden kennen, alleine fühle ich mich darum eigentlich nie. Ich brauche allerdings auch nicht unbedingt viel Trubel um mich. Ich bin gerne zu Hause und genieße die Ruhe. Vielleicht, weil es im Zuhause meiner Kindheit alles andere als ruhig war.“

Petra Ficken ist gebürtige Emsländerin und das mittlere von insgesamt fünf Kindern. „Alles Mädchen“, lacht die junge Mutter, „da war immer was los!“ Bis heute fühlt sich die Familie eng verbunden. Geschwister, Partner und Kinder treffen sich mindestens zweimal jährlich, zu Weihnachten und zum Geburtstag der Oma. „Witzig ist, die Geburtstage von Phillip und meiner Mutter liegen nur einen Tag auseinander – darum ist es Tradition, dass die Familie die Geburtstage zusammen feiert.“ Bis zu zehn Personen sitzen dann um einen Tisch.

Von Lichterglanz und sattem Grün

Im Marßeler Wohnzimmer flankieren zwei cremefarbene Sessel den Essplatz von Petra und Phillip, arrangiert vor dem Fenster zum Balkon. „Nicht so meins ist, wenn es sehr vollgestellt ist“, erzählt Petra Ficken. „Also mit Bücherregalen bis zur Decke, das würde mich sehr einengen.“ Was ihr dagegen so richtig gut gefällt sind Akzente in Lila und frischem Grün. Petra Ficken: „Ich liebe Blumen und kaufe tatsächlich ständig neue Topfpflanzen. Darüber hinaus dekoriere ich gerne passend zur Jahreszeit. Einzige Ausnahme: Die Lichterketten um unsere Fenster. Am Abend finde ich das indirekte Licht und das bunte Funkeln einfach toll – darum bleiben sie das ganze Jahr.“

Im Vorbeigehen – ein Blick in die schmale, funktional eingerichtete Küche, ausgestattet mit einer Küchenzeile in heller Holzoptik und dekoriert mit der obligatorischen Lichterkette. Ob Petra Ficken gerne kocht? „Manchmal ja“, lacht die 34-Jährige. „Wenn es nach Phillip ginge, gäbe es hier aber sowieso jeden Tag Fischstäbchen, Knusperdinos und Kartoffelbrei.“

Nächster Halt: Kinderzimmer!

An der Tür zum Reich von Phillip: Ein Namensschild und Sticker von Actionheld „Spiderman“. Entsprechend zieht sich das Farbkonzept bis ins Innere des Zimmers fort. Die Wände zieren handgemalte Kreise in Rot und Blau. Auf dem Boden ein Spielteppich mit bunten Häusern und Straßen. Geschlafen wird in einem halbhohen Hochbett. Drumherum spielt der lebhafte Junge am liebsten mit Lego und Playmobil.

Die Tür gegenüber führt ins Schlafzimmer der 34-Jährigen. Weiße Spitzenvorhänge und ein flauschiger Bettvorleger sorgen für Gemütlichkeit. An der Wand: Der Lieblingsplatz von Familienkatze Blacky, ein halbhoher Schrank mit weißen Türen. Über dem Bett dient ein schwarzes Wandtattoo als Eyecatcher. Das Design: Schmetterlinge, Blüten und ein übergroßes Herz auf weißem Grund.

Alleinerziehend – na und?!

Für wen das Herz der Alleinerziehenden schlägt, ist offensichtlich. Nichts bedeutet ihr so viel, wie die Zeit mit ihrem Phillip. An freien Tagen fahren Mutter und Sohn am liebsten Fahrrad. Petra Ficken: „Wir radeln dann oft in Richtung
Gröpelingen an der Weser entlang. Ich liebe diese Momente. Manchmal sind wir bis zu drei Stunden unterwegs, quatschen, lachen und genießen die Landschaft.“ Kleine Fluchten, die im Kontrast zum perfekt durchstrukturierten Alltag stehen. Struktur – ein Muss für eine Alleinerziehende mit 40-Stunden-Job. Aktuell ist die gelernte Hotelfachfrau bei einer Reinigungsfirma beschäftigt. Unterdessen besucht Phillip die zweite Klasse der Grundschule Marßel – gerade einmal zwei Gehminuten vom Zuhause der kleinen Familie entfernt. Kommt Phillip aus der Schule, hat Petra Ficken Pause. Danach geht es wieder an die Arbeit. Die Zeit bis zum Feierabend der Mutter verbringt der Achtjährige bei Nachbarn oder seinem besten Freund.

Mir ist es extrem wichtig, dass Phillip und ich ganz bewusst Zeit miteinander verbringen. Ehrensache, dass ich da auch mit zum Bolzplatz komme.

Petra Ficken

Buntes Treiben auf roten Wegen

Bei schönem Wetter treffen sich die Kinder im Quartier auf den Stichwegen zwischen den Wohneinheiten, den sogenannten „roten Wegen“, fahren Inliner, Skateboard oder Roller. Oder sie spielen Fußball auf dem nahe gelegenen Bolzplatz. Steht gerade kein anderes Kind zum Kicken zur Verfügung, springt am Wochenende sogar Mutter Petra ein: „Mir ist es extrem wichtig, dass Phillip und ich ganz bewusst Zeit miteinander verbringen. Ehrensache, dass ich da auch mit zum Bolzplatz komme.“

Und in der Freizeit ohne Kind? „Da sitze ich mit einer Freundin auf dem Balkon, trinke ein Bier und quatsche über Gott und die Welt“, erzählt die junge Mutter. „Außerdem habe ich zu Weihnachten eine Gitarre bekommen – damit übe ich also, wann immer ich dazu komme.“ Das Highlight eines jeden Jahres und für Petra und Phillip zugleich mit das Schönste am Leben in Marßel: die GEWOBA-Feste im Quartier. Dort zeigt sich das gewachsene Zusammengehörigkeitsgefühl und der inspirierende Mix unterschiedlichster Kulturen. Petra Ficken: „Der ganze Ort kommt dann zusammen – das ist ein tolles, buntes Treiben. Am meisten Zeit verbringen wir beim Ponyreiten – mit den Tieren vom Gestüt Alt Marßel.“

Endlich Zuhause!

Keine Ponys, dafür aber bunte Fische und knallgelbe Quietscheenten empfangen uns beim letzten Halt im hellen Tageslichtbad mit Dusche. Die Fliesensticker sind Überbleibsel aus Phillips Kleinkindzeit und somit ein Stück gewachsene Geschichte, das aus dieser Wohnung ein Zuhause macht. Neustart gelungen? „Definitiv!“, strahlt die 34-Jährige und streichelt ihrem Sohn liebevoll übers Haar. „Uns fehlt es hier an nichts. Wir haben ja uns.“

Willkommen in Marßel

Entstanden ist das Quartier im Ortsteil Burgdamm (Stadtteil: Burglesum) auf einem Geestrücken, dem 73.000 Quadratmeter großen Marßeler Feld, und in unmittelbarer Nähe von Lesum, Wümme und Hamme.

Der Name des Ortes basiert auf einem alten Rittergeschlecht, das um 1185 herum im Dienst des Erzbischofs von Bremen stand. Um das 19. Jahrhundert wählten zahlreiche Bremer Familien die grüne Idylle Marßels als Standort für ihren Landsitz. Seit 1939 ist die kleine Gemeinde bremisch. In den 1960er-Jahren entstand das Wohngebiet Marßeler Feld an der Stadtgrenze zu Niedersachsen. Geprägt wird das Gebiet seither von Zeilenbauten mit je vier Wohngeschossen, vier achtstöckigen Hochhäusern sowie zahlreichen Reihenhäusern. 

Im benachbarten „Pellens Park“ finden sich ein idyllischer Rundweg zum Spazierengehen, eine Mountainbike-Bahn, Fußball- und Tennisplätze, Boulebahn, Slaglines, Trampoline und verschiedene Leichtathletik-Angebote durch die Sportgemeinschaft Marßel.