Verwinkelt und verlockend – der Schnoor

Der Schnoor atmet Geschichte. Seine verwinkelten Gassen mit den kleinen, wie an einer Schnur aufgezogenen Häusern, entführen in eine ferne Vergangenheit. Das älteste noch erhaltene Gebäude stammt von 1401, eine Zeit, als Kolumbus noch nicht einmal geboren war. Flussfischer und Schiffer waren hier zu Hause. Heute beherbergt das mittelalterliche Gängeviertel vor allem Kunsthandwerksbetriebe, Manufakturen, Galerien, kleine Museen und Geschäfte für Bremensien und Antiquitäten. Nicht zu vergessen die vielen urigen Cafés und Restaurants, die gerade in kalten Winterstunden das Herz erwärmen. Willkommen im Schnoor!

Den Schnoor zu besuchen, ist wie eine Reise in die Vergangenheit.

Jule Rakelmann aus Oldenburg über ihr Schnoor-Erlebnis

BITTE EINTRETEN IN DIE ZEITMASCHINE
Gesche Gottfried, Heini Holtenbeen und Fisch-Luzie sind schon lange Geschichte. Das Bremer Geschichtenhaus im St.-Jacobus-Packhaus, dem ältesten noch erhaltenen Speicher der Stadt, lässt sie wieder auferstehen. Im Rahmen einer Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahme schlüpfen Langzeitarbeitslose in ihre Rollen, um die Besucher auf eine Zeitreise bis ins 17. Jahrhundert zu entführen. Leibhaftiger kann man unsere Stadtgeschichte nicht erleben!
www.bremer-geschichtenhaus.de

BEI DEN BONBONKOCHERN
Karamell-Cremes, Marshmallows oder Fudge im English Style: In der Bonbon-Werkstatt werden Süßigkeiten nach guter alter Art gekocht. Man kann den Konditoren bei ihrem Handwerk zusehen. Die Luft ist erfüllt vom Duft nach Schokolade und Zimt. Und wer es den Meistern nachmachen möchte, kann in einem Workshop alles über die Kunst des Bonbonkochens lernen.
www.bremer-bonbon-manufaktur.de

REIN INS VERGNÜGEN
„Triebe, Tratsch & Trockenhaube“ oder „Käthe holt die Kuh vom Eis“: Die Titel aktueller Aufführungen lassen erahnen, dass es im Packhaustheater nicht eben klassisch zugeht. Das Ensemble in der Wüstestätte 11 hat sich modernen Komödien verschrieben, die unsere kleinen und großen Alltagskatastrophen aufs Korn nehmen. Und das in einer beeindruckenden Kulisse: Alt- und Neubau des Theaters stehen unter Denkmalschutz.
www.packhaustheater-im-schnoor.de

WOLKE 7 HAT 48 QUADRATMETER
Romantische Gefühle weckt der Schnoor an vielen Orten. Am intensivsten vielleicht im Hochzeitshaus, wo schon im Mittelalter gefeiert und geflittert wurde. Mit 48 Quadratmetern, verteilt auf drei Etagen, ist das Haus heute eines der kleinsten Hotels der Welt. Dennoch ist alles da – von einer kleinen Küchenzeile über ein Bad mit Whirlpool bis zum Himmelbett unterm Dach: wie geschaffen für zwei, die sich trauen.
www.hochzeitshaus-bremen.de

SCHNEIDEN, FALTEN, KLEBEN
Ob Hansekogge, Leuchtturm oder Weihnachtsmann auf fliegendem Teppich: Das Atelier GAG ist das Spezialgeschäft für Papiermodelle aus aller Welt. Über 2.000 Bastelbögen aus Interessensgebieten aller Art hat Fritz König für seine kleinen und großen Kunden in petto. Und der Winter ist ja die perfekte Jahreszeit, um gemütlich an den Wunderwerken aus Papier zu basteln.
Atelier GAG Papiermodelle, Schnoor 31

NICHT NUR ZUR WEIHNACHTSZEIT
Der Schnoor ist bekanntlich ein Touristenmagnet. Und kaum ein Geschäft zieht so viele Gäste aus fern und nah an wie der Weihnachtsladen. Was auch immer Baum oder Tisch zu schmücken vermag, findet hier seine Interessenten. Es glitzert, strahlt und funkelt – auch wenn die Spekulatius-Saison längst vorüber ist. Denn in der Marterburg 45 läuft das Weihnachtsprogramm 365 Tage lang.
www.weihnachtstraeume.de

TIPPS IM WINTER:

Mit dem Nachtwächter auf Du und Du
Eine originelle Möglichkeit, in die Historie einzutauchen, ist ein Nachtwächter-Rundgang. Der Mann mit der Laterne weiß Dinge aus fernen Zeiten zu erzählen, die auch für Bremer Ohren neu sind. Lehrreich, kurios und sehr unterhaltsam!
Nachtwächter-Rundgänge, z. B. von www.stattreisen-bremen.de

Einfach mal AUSSPANN
Als Künstlerhaus mit Kulturangeboten, Kursen und Gastronomie ist das AUSSPANN ein kreativer Treffpunkt für alle. Das Gebäude wurde 1562 errichtet und ist damit eines der drei ältesten noch erhaltenen Speichergebäude Deutschlands!
AUSSPANN, Schnoor 1–2, geöffnet Di–So 12 bis 22 Uhr, www.ausspann-bremen.de

Pazifische Weihnachten
„Japanisch essen, pazifisch genießen“ lautet das Motto im Toshido. Das Restaurant lässt die Herzen aller Sushi-Fans hoch schlagen – gerade auch an trüben Wintertagen, wenn die exotischen Aromen Leib und Seele wärmen.
Toshido, Schnoor 38, www.toshi-do.de

Griechenland in Bremen
Wussten Sie, dass eine der bedeutendsten Privatsammlungen für antike Vasenkunst im Schnoor zu Hause ist? Das Antikenmuseum präsentiert die mehr als 2.500 Jahre alten Kunstwerke in einem Ambiente, das die Objekte eindrucksvoll in Szene setzt.
Geöffnet an Samstagen von 12 bis 17 Uhr.
Antikenmuseum im Schnoor, Marterburg 55, www.antikenmuseum.de